"per la principessa" - Musik für Elisabeth von Hessen

"Per la principessa" - Musik für Elisabeth von Hessen

 

Florian Brauer - Tenor

Andreas Düker - Laute

 

St. Georgskapelle Kaufungen

 

Samstag, 05.05.2012, 20:00 Uhr

 

Elisabeth war die älteste Tochter des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel (1572–1632) aus dessen Ehe mit Agnes (1578–1602), Tochter des Grafen Johann Georg zu Solms-Laubach. Ihre Taufpatin war Königin Elisabeth I. von England, die zu diesem Anlass durch den Earl of Lincoln vertreten wurde. Die Taufe der Prinzessin war eine der aufwändigsten Feierlichkeiten am Hof in Kassel, zu deren Anlass eines der letzten Ritterspiele in Europa abgehalten wurde. Der Kupferstecher und Historiograph Wilhelm Dilich fasste das Ereignis zwischen 1598 und 1601 in einer Dokumentation zusammen. Der Band befindet sich heute im Stadtmuseum von Kassel.

Die Erziehung seiner ältesten Tochter übernahm ihr Vater, der sie gemeinsam mit ihren Brüdern an der Hofschule ausbildete. Elisabeth wurde als sehr geistreich beschrieben; sie beherrschte mehrere Sprachen und verfasste mehr als 200 Gedichte, zudem übersetzte sie auch italienische Werke in die deutsche Sprache, musizierte und komponierte.

Zunächst zur Gemahlin des schwedischen Herzogs Karl Filip bestimmt, zerschlug sich jedoch dieses Eheprojekt. Verlobt wurde sie anschließend mit Friedrich Heinrich von Oranien, doch dieser löste das Verlöbnis wieder auf, nachdem er mit seinen erheblichen Mitgiftforderungen gescheitert war.

Elisabeth heiratete am 25. März 1618 in Kassel Herzog Johann Albrecht II. zu Mecklenburg, der aus seiner ersten Ehe bereits vier Kinder hatte. Die hochmusikalische Herzogin schuf die Güstrower Hofkapelle und betätigte sich weiter schriftstellerisch.

Elisabeth hatte aus ihrer Ehe keine Kinder, ihr Heiratsgut, auf Amt und Stadt Dargun verpfändet, fiel nach ihrem Tod wieder an Hessen zurück.

 

Das Lautenbuch der Elisabeth von Hessen enthält Lautenstücke und Solomadrigale, welche die älteste Tochter von Landgraf Moritz 'dem Gelehrten' Anfang des 17. Jahrhunderts gesammelt hat. Die Handschrift der Universitätsbibliothek Kassel stellt eine bedeutende Quelle der Lautenmusik um 1600 dar und spiegelt zugleich den europäischen Rang der Residenz Hessen-Kassel wider. Im Mittelpunkt des Programms stehen italienische Madrigale, die Elisabeth gedichtet und Georg Schimmelpfennig vertont hat. Schimmelpfennig war Mitschüler von Heinrich Schütz und neben Victor Montbuisson  Lautenlehrer von Elisabeth.

 

Jochen Faulhammer hat für dieses Programm die Schimmelpfennig-Madrigale in moderne Notation übertragen und ich habe eine Bezifferung hinzugefügt. Nach meiner Ansicht stellen diese Madrigale eine erfreuliche Bereicherung der frühen Monodien deutscher Herkunft dar und müssen sich nicht hinter Schütz oder Nauwach verstecken !

 

Dieses Konzert ist ein Auftrag des neu gegründeten Vereins zur Förderung Alter Musik in Kassel . e.V. mit dem Titel "cavata cassel". Der Hauptzweck des Vereins ist die Förderung der Alten Musik in Kassel. Dazu sollen ab 2012 die Bestände der Murhardschen Bibliothek in Kassel mit ihren einmaligen Musikalien der Kasseler Hofkapelle zum Klingen gebracht werden.

 

Das Konzert findet in dem ältesten Gotteshaus Nordhessens statt, der St. Georgskapelle (um 1009).

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